Tagebuch aus dem Warschauer Ghetto,
Aufgezeichnet von Chaim Aharon Kaplan

Chaim Aharon Kaplan war ein Hebräischlehrer und Schulleiter in Warschau, der im Jahre 1933 ein Tagebuch zu schreiben begann. Der Teil von 1933 bis 1939 ist verschollen. Existierend sind die Texte des Tagebuchs ab 1939 bis zum letzten Tag des Schreibens. Es handelt sich um den 4. August 1942, während der großen Deportation der Warschauer Juden nach Treblinka.

Trotz seiner schlechten Gesundheit und ständiger Sorgen um seine Schüler und seine Schule, trotz Hunger, Mangel am Notwendigsten und mit gebrochenem Herz, weil er die Not und Leiden der Juden Warschaus sah und teilte, bemühte sich Kaplan jeden Tag in seinem Tagebuch einen Beitrag zu schreiben. Kaplan, der im Jahre 1936 Eretz Israel besuchte, und plante, dorthin zu emigrieren, entschloss sich, sein Schicksal mit dem seiner Schüler und seiner Familie zu verknüpfen. Kaplan zeichnet nicht nur Bilder. Er stellt auch Fragen und versucht, Antworten zu geben, basierend auf seinem Wissen, seinen Kenntnissen der Weltpolitik und seinem Talent zur Analyse. Sein Blick ist nicht nur auf die innere Welt der Juden gerichtet, sondern auch auf die Internationale Bühne, über die er relativ gut informiert ist.

Dieses Tagebuch, dessen Autor seinen Tod in den Gaskammern von Treblinka fand, gibt dem Leser ein authentisches Bild einer Epoche von Unmenschlichkeit, Verlust von menschlichen Werten und von der Tragödie des Jüdischen Volkes in der Shoah.

Kaplans Tagebuch ist eine wichtige Quelle, um das Leben der Warschauer Juden unter deutscher Besatzung zu verstehen. Mit einem sehr klaren Stil, der sich mit einer sehr klaren Sichtweise verbindet, gibt uns Kaplan ein sehr realistisches Bild von der sterbenden jüdischen Gemeinde, von der er ein untrennbarer Teil ist.